DVD-ROM (Digital Versatile Disc Read-Only Memory) (1995, Sony, Philips, Toshiba, Time Warner)

handelsübliche DVD-Rohlinge. DVD-R und DVR+R lassen sich gut anhand der Farbe ihrer Rückseite unterscheiden (DVD-R links, DVD+R rechts).

Einführung & Geschichtliches

DVD-ROM (auch DVDROM) ist die Abkürzung für Digital Versatile Disc Read-Only Memory, ein physikalischer, optischer Permanentspeicher (nur-Lese-Speicher) für digitale Daten, nach Art und Form vergleichbar mit einer CD, jedoch mit einer vielfachen Speicherkapazität (meist 4,7 GB/ 4,38 GiB, also ca. das 6-fache einer gewöhnlichen CD-ROM). Des Weiteren gibt es DVDs mit zwei Datenschichten (Dual-Layer), so dass bis zu 9,4 GB/ 8,76 GiB Daten gespeichert werden können.
 
Nachdem sich Mitte der 1990er Jahre die Compact-Disc für Daten und Musik durchsetzte und die "Renaissance der CD" begann, wuchsen Anwendungsgebiete aber auch die Bedürfnisse an das Medium rasant. Die Unterhaltungsindustrie verlangte ein Medium, mit dem Videos in hoher Qualität ähnlich gehandhabt werden konnten wie Musikaufnahmen mit der CD. Da Videos um ein Vielfaches speicherintensiver sind als Musik, musste ein Medium geschaffen werden, das diesem höheren Speicherbedarf genügen konnte. Dabei fasste der Video-CD (VCD) Standard maximal 74 Minuten Film, bei einer etwas unter VHS-Kassetten liegender Filmqualität. Da Spielfilmen oft 74 Minuten Länge überschreiben, musste die VCD oft mitten im Film gewechselt werden, was keine Akzeptanz fand.
 
In Folge dieser Anforderungen arbeitete die Unterhaltungsindustrie an einer weiteren Erhöhung der Speicherkapazität der CD, woraufhin sich Ende 1995 auf einen gemeinsamen Standard geeinigt wurde. Die DVD. War diese zunächst nur als Speichermedium für Videodaten gedacht, wurde sie später auch für andere Verwendungszwecke adaptiert, weshalb sie als Digital Versatile Disc (digitale, vielseitige Scheibe) eingeführt wurde.
 
1996 kamen die ersten marktreifen DVD-Player und DVD-Medien in den Handel, die sich in den Folgejahren stark durchsetzten.
 
1999 kamen - mit Preisen über 2.500€ - die ersten DVD-Brenner in den Handel. Heute sind DVD-Brenner bereits ab ca. 10€ im Handel erhältlich.

Anwendung und Einsatzgebiete

DVDs setzten sich vor allem im Video-Bereich sowie im Datenbereich für Computer durch. Mittlerweile werden viele Computerspiele auf DVD ausgeliefert, da insbesondere die stetig zunehmende Grafikqualität hohe Ansprüche an den Speicher des Mediums stellt. Inzwischen wird Blu-Ray insbesondere im Bereich hochauflösender Videoinhalte als Nachfolger der DVD beworben. Dabei wird auf der Blu-Ray Disk, die über den gleichen Formfaktor verfügt, eine noch enger gesetzte Pit- und Land-Struktur mit einem höherwelligen Laserstrahl abgetastet, was eine höhere Datenmengen ermöglicht.
 
Man unterscheidet die folgenden drei DVD-Formate:
 
• für den Verwendungszweck optimierte DVD-Formate: DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM sowie Hybrid-DVD (ursprünglich nur für den Lese-Zugriff konzipiert)
• für den Anwender einmal beschreibbare DVD-Formate: DVD−R, DVD+R, DVD−R DL, DVD+R DL
• für den Anwender mehrmals beschreibbare DVD-Formate: DVD-RAM, DVD−RW, DVD+RW, DVD−RW DL, DVD+RW DL
 
Des Weiteren unterscheidet man die folgenden drei DVD-Datenstrukturen:

• DVD-Video für die Wiedergabe von bewegten Bildern, unterlegt mit Ton in DVD-Video-fähigen Abspielgeräten.
• DVD-Audio für die Wiedergabe Ton in überdurchschnittlicher Qualität (kann auch mit Standbildern unterlegt werden) mit DVD-Audio-fähigen Abspielgeräten.
• DVD-ROM für das Lesen von Computerdaten.
 

Funktionsweise

grafische Darstellung der Wellenlänge und Laserpunktdicke des CD-, DVD- und Blu-Ray Verfahrens
Zum Abspielen einer DVD wird ein DVD-Laufwerk benötigt, das der Funktionsweise eines CD-Laufwerks ähnelt. Um das sechsfache Speichervolumen einer DVD im Vergleich zu einer CD zu realisieren, findet ein Laser mit kürzerer Wellenlänge Anwendung. Die Verwendung einer kürzeren Wellenlänge hat zur Folge, dass dieser wesentlich feinere Datenstrukturen auslesen kann. Dabei beträgt die Wellenlänge zum Auslesen von CDs 780nm, die zum Auslesen von DVDs lediglich 650nm. Der verwendete Laserpunkt ist dabei mit 1,3µm um ca. 40% kleiner (vgl. CD: 2,1µm). Dies führt zu einer höheren Datendichte, wodurch bei gleicher Größe des Mediums mehr Daten gespeichert werden können.

Lebensdauer

Bedingt durch die feinere Datenstruktur sind DVD-Datenträger tendenziell empfindlicher gegen äußere Umwelteinflüsse (z.B. Zerkratzen) als CD-Datenträger. Aufgrund des geringen Alters der DVD-Technologie liegen noch keine Langzeitstudien vor, die die Haltbarkeitsdauer von DVD-Datenträgern empirisch korrekt belegen können. Deshalb sprechen viele Expertenmeinungen gegen die Verwendungen von DVDs als langfristiger Speicher, z.B. für Datensicherungen. Bei optimaler Lagerung kann von einer Haltbarkeitsdauer der Daten von ca. 10 – 20 Jahren ausgegangen werden, wobei dies noch nicht empirisch belegt werden kann. 1 2

Quellenangaben/ Einzelnachweise:
1 "How DVDs Work" - HowStuffWorks.com - http://www.howstuffworks.com/dvd.htm
2 "Alles über die DVD" - bimez.at - http://www.bimez.at/index.php?id=1536